04/06/2013

Sieben Ärzte sind der Einladung von Palomar Deutschland gefolgt, das Werk in Burlington in der Nähe von Boston zu besichtigen. Die neue Geschäftsführung in Hamburg um Hauke Harms unternimmt u.a. auf diese Weise einige Anstrengungen, den weltbekannten Hersteller endlich auch in Deutschland (wieder) bekannter zu machen. Aufgrund der Aktivität eines namhaften Distributeurs wurden in der Vergangenheit bereits einige Palomar Starlux bei ebenso namhaften Ärzten aufgestellt. Aufgrund einer globalstrategischen Entscheidung wurde die Distribution dann allerdings neu vergeben, was zur Folge hatte, dass über zwei Jahre nicht mehr viel geschah. Der Name Palomar geriet hierzulande ein wenig in Vergessenheit.

Palomar sagt daher eigentlich fast nur Laser-Insidern etwas, obgleich ein Produkt fast jeder kennt, nämlich den LightSheer-Laser, den meistverkauften Enthaarungslaser der Welt. Das Gerät wurde von Palomar mit entwickelt und bereits 1996 für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag an Coherent verkauft. Coherent ist heute nach Fusion mit ESC/Sharplan: Lumenis. Neben einigen Lasergeräten setzte Palomar frühzeitig auch auf die Entwickung von lichtbasierten Therapiegeräten. Die Geräte werden hier allgemein aber nicht IPL, sondern OPL – Optimized Pulsed Light – genannt.
Ein weiterer Trend ist auch, wie beim LightSheer auf Laserdioden zu setzen, wodurch auch Heimtherapiegeräte möglich werden – doch dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

falsche-zeit-abb2-gruppenbildDie Abreise erfolgte vom Flughafen Frankfurt. Am gleichen Abend, bei 6 Stunden Zeitverschiebung, wurden wir vom Vorstand der Firma – Joe Caruso, Paul S. Weiner, Paul F. Wiener (man beachte die Namensähnlichkeiten) – empfangen.

Diese drei begleiten uns bis zur Abreise; d.h. wir wurden vom CEO, Finanzvorstand und Verkaufsvorstand zwei Tage lang umsorgt! Zusätzlich kamen noch der Vertriebschef USA, Jeff Knight, und der Entwicklungschef Gregory Altshuler dazu. Also mehr Aufmerksamkeit geht kaum. Es „fehlte“ im Prinzip nur noch Barack Obama – er war wohl wegen Hurricane „Irene“ verhindert.
Wir wurden bereits bei der Ankunft über die Firma gebrieft: Palomar USA hat über 260 Mitarbeiter – davon allein 55 Ingenieure in der Entwicklung, 15.000 m2 Gebäudefläche im Hauptsitz, eine Kriegskasse von 90 Millionen $ und vor allem: Keine Schulden. Neben den eigenen Produkten spielt die Lizenzvergabe von Patenten eine große Rolle. Die Firma ist auf allen „Watchlists“ der Wirtschaftsmagazine, was man im Foyer eingerahmt bewundern kann. Man ist also zu Recht stolz, und man zeigt es auch. Besonders stolz ist man über die Tatsache, dass man über ein Viertel des Umsatzes wieder in Forschung und Entwicklung (R&D) steckt! Ein in der Branche vermutlich einmaliger Wert.

 

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Am nächsten Tag wurde eine komplette Führung, angefangen in den Laboratorien über Klinik, Verwaltung, Produktion und Sozialbereich, vorgenommen. Vorweg: Es war alles von gigantischer Größe, Qualität und extrem professioneller Struktur. In welcher Firma hat man neben einer großen Kantine auch noch ein Gym (Fitnesscenter)? In welcher Firma findet man eine überkomplette Laserpraxis, die klinikartig ausgerüstet ist? Patienten haben separate Ein- und Ausgänge, d.h. die Neupatienten sehen die Behandelten nicht. Die Dokumentations-Kameras sind zugekauft – und, wie so vieles, selbst optimiert. Externe Ärzte können zusätzlich zur Forschung eigene Behandlungen im Gebäude durchführen. Dass es zwei histologische Laboratorien für die Wirkungen am Zielorgan Haut gibt, hat uns dann fast schon nicht mehr gewundert. Natürlich hat man auch einige neue histologische Färbemethoden entwickelt und publiziert.

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Bei der Firmenführung wurden uns auch das weltweite Call-Center, die Qualitäts-Management-Abteilung sowie Produktion und Versand gezeigt. Dann folgten Demonstrationen in den R&D(Research und Development)-Laboratorien im Wechsel mit Theorie-Vorlesungen. Einige Neuerungen sind in der Pipeline, über die wir noch unter dem augenblicklichen Siegel der Verschwiegenheit informiert wurden.
Hier wird sicher Palomar Deutschland in den nächsten Monaten das eine oder andere Geheimnis lüften. Eines sei schon verraten: Es wird u.a. um schnelle und effektive Haarentfernung gehen.

Die Unterbringung war in einem guten Landhotel „Doubletree“, gemanaged von der Hilton Gruppe. Zur Gastfreundschaft zählten die Verkostungen der (amerikanisch guten) Steaks und zudem der für Neu-England typischen Hummer.
Wegen Hurricane „Irene“ mussten wir aber schließlich deutlich eher „evakuiert“ werden, sonst wären zwei Tage Wartezeit im Flughafen so gut wie sicher gewesen (siehe auch die Rolle der Lufthansa hierbei im Vorwort dieser Ausgabe). Die Gastgeber waren wegen des Wirbelsturms aber ziemlich entspannt, entspannter zumindest als scheinbar der Rest der Nation. Die Schäden in der Region hielten sich dann ja auch in Grenzen. Die Verabschiedung erfolgte dann auch in entspannter und freundlicher Atmosphäre.

Hoffentlich kommen wir nochmal nach Boston – ohne Hurricane-Warnung und mit ein bisschen mehr Zeit im Gepäck!


Quelle:
Ästhetische Dermatologie, Juni / 2013.
Sonderheft: „Den ästhetischen Markt fest im Griff“
mdm Verlag für Medizinische Publikationen