08/06/2011

Striae oder Dehnungsstreifen sind ein weit verbreitetes ästhetisches Problem bei Frauen wie auch bei Männern. Sie entstehen durch progressives oder schnelles Dehnen der Dermis und durch schnelle Gewichtszunahme während jugendlicher Wachstumsphasen, Kortikosteroid-Einnahme oder Schwangerschaft.

Die klassischerweise betroffenen anatomischen Areale sind Abdomen und Brust bei schwangerschaftsinduzierten Striae, äußere Oberschenkel oder die Lumbosakralregion bei männlichen Jugendlichen, Gesäß, Oberschenkel, Oberarme und Brust bei weiblichen Jugendlichen. Herkömmliche Methoden konnten bis dato kaum langanhaltende Behandlungserfolge bei allen Hauttypen liefern sowie selten eine gleichzeitige Verbesserung der Pigmentierung und Niveau-Unregelmäßigkeit der Striae erreichen. Nun hat erstmals ein Laser die FDA-Zulassung zur Behandlung von Dehnungs- und Schwangerschaftsstreifen erhalten. Es handelt sich beim Lux 1540 Fractional (Fa. Palomar Medical Technologies) um einen nicht-ablativen fraktionierten Erb:GLASS Laser der Wellenlänge 1540 nm mit unterschiedlichen Optiken je nach Indikation.

Eine 2011 im “Aesthetic Surgery Journal” veröffentlichte Studie an 51 Patienten mit Hauttyp II bis IV zeigte Verbesserungen bei Striae rubra und Striae alba nach 3 Behandlungen zwischen 51% und 75%. Die positiven Veränderungen ergaben sich sowohl in Hinblick auf eine Pigmentverbesserung bei Hypo- und Hyperpigmentierungen wie auch auf eine Niveauangleichung bei beiden Arten der Striae. Histologisch zeigte sich vor der Behandlung eine geringe Anzahl an zerstreuten elastischen Fasern in der retikulären Dermis. Einen Monat nach der letzten von 3 Behandlungen zeigte sich eine deutlich erhöhte Anzahl und gleichmäßigere Anordnung an elastischen und kollagenen Fasern sowie eine Verdickung der Epidermis und Dermis. Nachuntersuchungen nach 18 und 24 Monaten zeigten keine Rezidive. Insgesamt zeigte sich die 1540 nm Laserbehandlung als effektive und gleichzeitig sichere Methode mit minimiertem Risiko an PIH. Die Verbesserungen zeigten sich unabhängig von der Farbe der Striae (rubra oder alba), anatomischer Region (Brust, Hüfte, Abdomen etc.) und Alter der Striae (bis zu 40 Jahre).

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Abb. 1a und 1b: Striae vor (l.) und nach (r.) der Behandlung. (Fotos: Francesca de Angelis, MD)

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Abb. 2: Palomar Icon™ System.

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Abb. 3*

Die Microbeams des Lux 1540 Fractional erreichen sicher Temperaturen zur Kollagendenaturierung und lassen unbehandelte Brücken für eine schnellere Heilung stehen. Eine langfristige Kollagenneubildung ist die Folge. Das Handstück des Lux 1540 Fractional lässt sich mit 4  verschiedenen Optiken ausstatten, die je nach Indikation, Schwere des Ausgangsbefunds und gewünschter Eindringtiefe gewählt werden können. Die diversen Spotgrößen, Abstände der Microbeams, die variablen Energiedosen, Pulsweiten und die unterschiedliche Anzahl an Microbeams der jeweiligen Optiken lassen sehr individuelle Anwendungen zu. Die einzigartige Matrix der Linsen sowie die Anwendungstechnik in Kaskadenform führen zu einer optimalen Dichte der Mikrohitzesäulen und zu einer hohen und gleichmäßigen Eindringtiefe vom ersten bis zum letzten Durchgang. Eine konstante Kontaktkühlung sorgt für hohe Sicherheit und hohen Patientenkomfort.

Die neueste Entwicklung ist die so genannte XD-Linse, mit der eine für eine non-ablative Technik sehr hohe Eindringtiefe (XD = extra deep) erzielt werden kann (bis zu 1,9 mm bei pulse stacking, also Mehrfachpulsen). Kleine Saphirpins werden auf die Haut gedrückt, so dass ein “waffelähnliches” Muster entsteht. Die Kompression sorgt für eine um 20-50% erhöhte Endringtiefe im Vergleich zur gleichen Technologie ohne Kompression. Parallel wird die Absorption in Hämoglobin und Wasser verringert und eine geringere Lichtstreuung erreicht. Unregelmäßigkeiten insbesondere bei Striae können durch die Kompression besser überwunden werden und erzielen so ein homogenes Ergebnis. Gleichzeitig führt diese Technologie zu einer geringeren Erwärmung der Dermis/Epidermis Junktion und der papillären Dermis und reduziert Nebenwirkungen um 15-30%. Das Verfahren lässt sich auch sicher bei dünner Haut wie am Hals, an der Brust und an den Händen und Armen einsetzen. Der Patient empfindet die Behandlung als wenig schmerzhaft, insbesondere die Kompression der XD-Linse vermindert Schmerz erheblich.

Als nicht-invasives Verfahren entsteht keine Blutung, kein Nässen und keine Infektion. Rasieren, Waschen und Schminken sind sofort nach der Behandlung möglich. Somit sorgt der Lux 1540 Fractional für einen hohen Patientenkomfort. Je nach Ausgangsbefund werden 3-5 Behandlungen im Abstand von 3-4 Wochen empfohlen. Als Nebenwirkungen werden ein leichtes Erythem sowie Ödem beschrieben, die beide innerhalb kurzer Zeit abklingen. Das Verfahren ist an das geschulte Praxispersonal delegierbar. Zusätzlich zur Behandlung von Striae erzielt der Lux 1540 Fractional auch sehr gute Ergebnisse bei Akne-, chirurgischen und post-traumatischen Narben sowie bei kleinen
Fältchen. Ebenso sind sehr gute Ergebnisse bei der Behandlung von Melasmen zu verzeichnen. Weitere Studien, z.B. für die Behandlung von chirurgischen und post-traumatischen Narben, wurden veröffentlicht.

1540-Weltweit erster Lasermit FDA-Zulassung für die Beh

Dr. med. J. Beck beim Hands-on-Workshop in Heidelberg.

“Neben dem allgemeinen Trend zu non-invasiven Therapieverfahren in der ästhetischen Lasermedizin besteht der Wunsch unserer  Patienten nach wenig Nebenwirkungen, schmerzarmer Behandlung und kurzer Downtime. Diesen Anspruch können wir mit dem Lux 1540 Fractional Laser von Palomar sehr gut erfüllen. Seit dem Einsatz der neuen XD-Linse erreichen wir eine noch größere Eindringtiefe bei kaum wahrnehmbaren Schmerzen und guten Ergebnissen bei der bislang schwierigen Behandlung von Akne- und sonstigen Narben sowie Striae. Die Behandlungen sind nach Festlegung der Parameter durch den Arzt voll an meine Mitarbeiterinnen delegierbar. Vielseitiger  Einsatz, gute Ergebnisse und damit zufriedene Patienten führten in kurzer Zeit zur Amortisation dieser Anschaffung.”

Dr. med. Joachim Beck,
Laserinstitut Medivital Sinsheim & Laserzentrum Heidelberg

 

 

*Abb. 3: Bei dem Lux 1540 Fractional handelt es sich um ein Laserhandstück, das an die Plattformsysteme Starlux®, Artisan™ und Icon™ angeschlossen werden kann. Die Plattformen sind mit weiteren Laser- und OPL-Handstücken optional erweiterbar.


Quelle:
ÄSTHETISCHE DERMATOLOGIE 6 | 2011, S. 2-5
mdm Verlag für Medizinische Publikationen