08/06/2013

OPL-System mit hoher Effizienzrate und reduzierten Nebenwirkungen

Die Behandlung vaskulärer und pigmentierter Läsionen gehört zu den häufigsten Therapien einer dermatologischen Praxis. Zahlreiche unterschiedliche Laser- und Lichtsysteme kommen hier täglich in deutschen Praxen und Kliniken zum Einsatz, u.a. KTP-Laser, Diodenlaser, Farbstofflaser und IPL-Systeme.

Während der KTP-Laser gut für die Behandlung einzelner, jedoch nur oberflächlicher Gefäße geeignet ist, kann die Blitzlampe auch flächig arbeiten. Selten jedoch reicht die Energie und Lichtabgabe im IR-Bereich aus, um auch tieferliegende Läsionen zu behandeln. Der Farbstofflaser gilt als sehr leistungsstark – auch bei schwierigen Befunden. Jedoch ist sein Einsatz häufig mit einer hohen Nebenwirkungsrate verbunden, d.h. die Patienten müssen oft eine über mehrere Tage persistente Purpurabildung in Kauf nehmen.

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ICON-Laser- und OPL-Plattformsystem mit MaxG-Handstück.

Es wurde nun unter der Bezeichnung MaxG (Fa. Palomar Medical Technologies GmbH, Hamburg) eine neuartige Technologie entwickelt, die in klinischen Vergleichsstudien gleich hohe Effizienzraten wie ein Farbstofflaser gezeigt hat, jedoch mit deutlich weniger Nebenwirkungen verbunden ist (Purpura). Die Entfernung oberflächlicher und auch tiefer liegender Gefäße ist mit dieser Technologie möglich, ebenso wie die wahlweise Behandlung einzelner Gefäße/Pigmente oder der flächige Einsatz bei größeren Arealen.
Nachdem sich in den USA viele Dermatologen und „Laserpuristen“ durch eigene Erfahrungen und Einsatz in ihrem Praxisalltag überzeugt haben und das MaxG auf der letzten ASLMS in den USA als Innovation im Bereich vaskulärer Läsionen vorgestellt wurde, kommt diese Technologie nun auch nach Deutschland.

Beim MaxG handelt es sich um eine Blitzlampe neuester Generation mit diversen – z.T. patentierten – technischen Innovationen und extrem hoher Leistung sowohl bei kurzen wie auch bei langen Impulsen (3-100 ms, 80J/cm2). Da sich diese Technologie in hohem Maße von den bekannten klassischen Blitzlampen unterscheidet, nennt der Hersteller sie „OPL“ – Optimized Pulsed Light.

Das MaxG eignet sich zur Therapie aller vaskulären Erscheinungen, vom kleinen Angiom über Teleangiektasien, großflächige Couperose, Rosacea und Erythrosen bis hin zu therapieresistenten Feuermalen.

Innovation durch Kombination neuer Technologien

Die Kombination dreier im MaxG integrierter Technologien:
– „Dualband-Filter“
– „Dynamic Spectrum Shifting“
– „Smooth Pulse“ (patentiert)
ermöglicht eine homogene Erwärmung entlang des gesamten Querschnitts aller – auch größerer und tieferer – Gefäße bei maximaler Hautschonung und maximalem Patientenkomfort.

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Vollständige Koagulation tiefer Gefäße mit dem MaxG im Vergleich zu einem Farbstofflaser.

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Spectral-Shift-Technologie. Durch Wahl der Impulslänge flexible Wahl zwischen mehr Oberflächen- oder mehr Tiefenwirkung.

MaxG Smooth-Pulse-Technologie vs. Multi-Puls-Technologie.

 

Dualband-Filter

Die OPL-Technologie des MaxG emittiert zeitgleich zwei Wellenlängenspektren im Bereich von 500-670 nm und 870-1200 nm, um selektiv die Absorptionsspitzen von Hämoglobin zu treffen und bevorzugt Blut zu erwärmen unter Aussparung eines weniger effektiven, bevorzugt Melanin absorbierenden Spektrums.

Patientin vor. (l.) bzw. 6 Wochen nach (r.) der zweiten Behandlung. (Courtesy: Dr. Maurice Adatto, Schweiz)

Patientin vor (l.) bzw. 6 Wochen nach (r.) der zweiten Behandlung. (Courtesy: Dr. Maurice Adatto, Schweiz)

Dynamic Spectrum Shifting

Die Wahl der Impulslänge entscheidet, ob mehr Licht im sichtbaren Bereich (500-670 nm) oder im IR-Bereich (870- 1200 nm) abgegeben wird. Durch diese „Dynamic Spectrum Shifting“ genannte Technologie kann der Anwender sowohl oberflächliche Gefäße – durch eine hohe Lichtabgabe im grünen Wellenlängenbereich – behandeln wie auch eine vollständige Koagulation tief liegender Gefäße – durch erhöhte Lichtabgabe im infraroten und damit tiefer eindringenden Bereich – herbeiführen. Impulslängen bis zu 100 ms sind möglich.

Smooth Pulse

Ein einziger, gleichförmiger Rechteckimpuls („Smooth Pulse“ genannt) wird generiert – im Gegensatz zu den herkömmlich aufaddierten Mehrfachimpulsen mit hohen Leistungsspitzen und entsprechend erhöhtem Nebenwirkungsrisiko. Es zeigt sich, dass lange Einzelimpulse mit hoher Energie nicht nur die Koagulation des Gefäßes bewirken, sondern auch durch den Hitzetransfer des Blutes eine ausreichende Koagulation der Gefäßwand mit sich bringen, eine Voraussetzung für ein dauerhaftes Ergebnis. Ein sofortiges Verschwinden oder ein Farbumschlag des Gefäßes sind als direkte Kontrolle sichtbar. Einzelne, zu pseudo-langen Impulsen
aufaddierte Impulse, wie sie häufig bei Farbstofflasern und traditionellen Blitzlampen zu finden sind, erhitzen oftmals nicht ausreichend die Gefäßwand.

Die patentierte „Smooth-Pulse“-Technologie erlaubt die Nutzung größerer Mengen an Lichtenergie bei gleichzeitig vermindertem Anstieg der Hauttemperatur. Dies macht die Behandlung sehr sicher und nebenwirkungsarm. Ein geringeres Schmerzempfinden und ein höherer Patientenkomfort gehen einher.

Im Vergleich zum traditionellem IPL bietet das MaxG eine deutlich höhere und gleichzeitig homogene Energieabgabe, und zwar bei allen Impulsweiten, insbesondere auch bei sehr kurzen Impulsen (z.B. 3 ms, 5 ms, 10 ms), die z.B. bei therapieresistenten Feuermalen zum Einsatz kommen. In einer Studie konnte die homogene Lichtenergieverteilung des OPL-Lichtimpulses entlang jeder Millisekunde des Impulses nachgewiesen werden.

 Größere Gefäße im Gesicht vor. (l.) bzw. direkt nach (r.) der Behandlung.


Größere Gefäße im Gesicht vor (l.) bzw. direkt nach (r.) der Behandlung.

Leistungsfähigkeit, Effizienz und Sicherheit

In Vergleichsstudien der MaxG-Technologie mit einem langgepulsten Farbstofflaser, einem langgepulsten KTP-Laser und traditionellem IPL zeigte das MaxG die besten Ergebnisse und gleichzeitig geringsten Nebenwirkungen bei der Behandlung von vaskulären Läsionen im Gesicht. Insbesondere die beim Farbstofflaser typische Purpura-Bildung war beim MaxG deutlich minimiert bis nicht vorhanden.
Beachtenswert ist die für eine Blitzlampe extrem hohe maximale Leistung, nämlich 80 J/cm2. Darüber hinaus verfügt das MaxG über ein patentiertes „Photon-Recycling“ , das einen Großteil der von der Haut reflektierten und damit für die Behandlung vermeintlich verlorenen Energie (dies können je nach Hauttyp bis zu 70% sein) durch ein Rückkopplungsverfahren der Haut wieder zuführt.

Ein hoher Stellenwert wurde bei der Entwicklung des MaxG auf die Behandlungssicherheit gelegt. Dank einer neuartigen, sehr leistungsstarken Kontaktkühlung können hohe Leistungsdosen im Kontaktverfahren sicher und zusätzlich schmerzarm appliziert werden. Ein doppeltes Kühlverfahren liegt hier zugrunde: Ein Kühlkreislauf zur Kühlung der Behandlungsfläche (Saphir) sowie ein weiterer separater Kühlkreislauf zur Kühlung der integrierten Lampe. Dabei fallen keine Kosten für Verbrauchsmaterialien wie Kühlsprays oder
ein zusätzliches Kühlgerät an.

Pigmentierungen vor. (l.) bzw. nach (r.) einer anwendung.

Pigmentierungen vor (l.) bzw. nach (r.) einer Anwendung.

Das MaxG ist als so genanntes „Standalone-System“ verfügbar oder kann als zusätzliches Modul an verschiedene Multifunktions-Plattform-Systeme (ICON™, Starlux™, Artisan™) angeschlossen werden. Zwei Spotgrößen zur Behandlung großer Areale (10 x 15 mm) und kleiner Gefäße (4 mm runder Small-Spot-Adapter) sind verfügbar.

Zusätzlich zur Therapie vaskulärer Läsionen können mit dem MaxG pigmentierte Läsionen entfernt werden. Photo-Rejuvenation (Hautverjüngung) und PDT (photodynamische Therapie) sind weitere Therapiemöglichkeiten des MaxG.

Experten und Nutzer sind sich einig, dass das MaxG die Blitzlampentechnologie neu definiert: Durch seine hohe Effizienz, selbst bei schwierigen Ausgangsbefunden, sein hohes Sicherheitsprofil und sein weites Anwendungsspektrum dürfte das MaxG in Zukunft manchen Laser erfolgreich herausfordern.


Quelle:
Ästhetische Dermatologie, Juni / 2013.
Sonderheft: „Den ästhetischen Markt fest im Griff“
mdm Verlag für Medizinische Publikationen