24/11/2014

RevLite SI

Abb. 1: RevLite® SI

Die Entfernung von Tattoos ist eine große Herausforderung. Dr. med. Klaus Hoffmann vom Hautteam der Bochumer Uniklinik zeigte bei der Frankenthaler Fortbildungstagung Praktische Dermatologie eindrucksvoll, wie mit modernen Lasersystemen mit verschiedenen Wellenlängen das gesamte Farbspektrum von Tätowierungen und auch andere pigmentierte Läsionen entfernt werden können.

Tätowierungen auf der Haut sollen Geschichten erzählen. Doch wenn Menschen diese Geschichten irgendwann nicht mehr sehen wollen, sind Laser-Spezialisten gefragt. Wenn man die Entscheidung zu einer Tätowierung schon schnell bereut, sollten frische Tätowierungen innerhalb der ersten sechs Wochen nicht mit dem Laser behandelt werden, um eine Narbenbildung zu verhindern.

Zur Entfernung von Tattoos und anderen pigmentierten Läsionen setzt Hoffmann Laser mit verschiedenen Wellenlängen ein. Nachdem es für die hier lange Jahre eingesetzten Kombigeräte der ersten Generation mit Nd-YAG und Alexandrit keine Ersatzteile mehr gibt, begrüßte Hoffmann die Markteinführung eines neuen und energiereicheren Gerätes: Der RevLite® SI (Cynosure GmbH, Langen) ist ein Gerät der neuen Generation von Q-switched Nd-YAG-Lasern. Das Lasersystem besitzt vier verschiedene Q-Switch-Wellenlängen: Neodym:YAG mit Wellenlängen von 1064 nm &
532 nm sowie Dye Impregnated Polymers mit 585 nm & 650 nm. Mit diesen verschiedenen Wellenlängen kann das gesamte Spektrum von Tätowierungsfarben wie schwarz, blau, braun, rot, grün, orange, gelb angegangen werden.

Ein Problem bei der gezielten Laserbehandlung von Tätowierungen ist, dass man nie genau vorhersagen kann, wie tief der Tätowierer die Pigmente in die Haut eingebracht hat. Es gibt auch keine verlässlichen Standardrezepturen, so dass die Farbmischungen und Inhaltsstoffe der Tattoos immer leicht variieren können und damit anders angegangen werden müssen. Hier kommt die langjährige Expertise des Laser-Behandlers zum Tragen, der die Pigmente mit einem möglichst kurzen energieintensiven Laserimpuls angeht. Hoffmann betonte, wie wichtig die kurze Expositionszeit ist, um Kollateralschäden im umgebenden Gewebe zu verhindern. Und er hob bei diesem Aspekt besonders die technischen Eigenschaften des RevLite® SI hervor: „Fünf Nanosekunden ist zur Zeit das beste, was man kaufen kann.“

Der RevLite® SI verfügt über eine einzigartige Nanosekunden-Puls-Konfiguration mit bis zu 1,6 Joule, die Photo-Accoustic Technolgy (PTP). Bei kurzen Pulszeiten sind keine thermischen Effekte und Verbrennungen zu erwarten, der Kollateralschaden ist niedrig. Besonders bei Tattoos mit Lokalisierung an sensiblen Hautbereichen wie Oberarmen oder am Rücken sei diese kurze Anwendungszeit entscheidend, um Verletzungen und Narbenbildung zu vermeiden, betonte Hoffmann.

Hoffmann demonstrierte die Zielgenauigkeit des RevLite® SI bei der Entfernung von kleinsten Tattoos im Film: „Wir können damit extrem kleine Flächen abtragen – besser als mit jedem anderen Gerät, das ich kenne.“

Auch bei Melasmen und Pigmentflecken ist die Zielgenauigkeit des Lasers entscheidend. Ziel des Lasers ist hier das Melanosom. Der RevLite® SI kann auch zur Entfernung von epidermalen und dermalen Pigmentierungen eingesetzt werden, zur Therapie von Akne-Narben oder vaskulären Läsionen und auch zur Anti-Aging-Behandlung.

Hoffmann betonte, dass man zur Behandlung von Tattoos und Pigmentflecken die Spotgröße individuell an den Hauttyp anpassen müsse. Bei höherer Spotgröße penetriert der Laser tiefer ins Gewebe, bei geringerer verbleibt er an der Oberfläche. Dunkle Hauttypen (IV-VI) zeigen aufgrund der verstärkten Melaninbildung eine höhere Tendenz zur Hyperpigmentierung. Er empfahl auch, dunkle Hauttypen zu Beginn konservativ mit 1064 nm zu behandeln, bevor weitere Wellenlängen eingesetzt werden.

[Quelle: Workshop Lasertechnologie „RevLite® – Goldstandard: Tattoos und Pigmente“, Dr. med. Klaus Hoffmann, Bochum, im Rahmen der Fachtagung: Dermatologische Praxis 2013, 16. März 2013, Frankenthal]

M. Freyer


Quelle:
Ästhetische Dermatologie, 2 / 2013, S. 2f.
mdm Verlag für Medizinische Publikationen